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Testbericht: Sportec 996 AI

25.01.2003

Testbericht: Sportec 996 Turbo Al

 
Playstation Sportec geht mit dem SP 540, der auf dem neuen Porsche 911 Turbo basiert, an die fahrdynamischen Grenzen für Strassenfahrzeuge. Erleben Sie eine etwas ungewöhnliche automobile Geschichte, die nebst Power auch Glamour und Traumwelt vermittelt.

Der Sportec-Dampfhammer: Mit geänderter Motorelektronik und modifizierten Ladern bietet der SP 540 jetzt schon die Fahrleistungen der kommenden Supersportwagen. Lage satt: Das Sportfahrwerk ist höhenverstellbar, die Front modifiziert mit spezieller Spoilerlippe und Bremsluftkanälen.

Interieur mit neuer Note: Die Ausstattung ist komplett in Leder und Alcantara gehalten. Die bequemen Rennsitzschalen stammen vom Porsche 964 RS. Hier tanzt der Bär: In nur 11,7 s beschleunigt der SP 540 auf Tempo 200. Der Biturbo besticht mit kontinuierlicher Leistungsentfaltung.

Auf zum Jackpot knacken! Kein Fahrzeug bietet zum Preis des SP 540 solche Fahrleistungen. Nicht zu hoch gepokert: Sportec bietet mit dem SP 540 ein stimmiges Tuning-Kit mit uneingeschränkter Sport- und Alltagstauglichkeit!


Von Christoph Warren

Es kam, wie es kommen musste! Am Morgen, als diese Geschichte ihren Anfang nahm, sass ich in meinem Wagen auf dem Weg zu einem Kunden in Deutschland. Zuvor war ordnungsgemäss das lebenswichtige Zubehör verteilt worden: Kaffee und Zeitung. Der Moderator, welcher stets auf meiner Radiostation zu Besuch war, erzählte auf einmal von einem neuen Spielcasino. Sofort steuerte ich den nächsten Rastplatz an und trat energisch in die Bremse. Die Vierkolbenanlage leitete eine martialische Schubumkehr ein. Ich parkte meinen neuen Porsche. Nicht irgendeinen Porsche, sondern ein von Sportec modifizierter 911 Turbo, Bezeichnung "SP 540".

Ich drehte das Radio lauter. Meine Müdigkeit war wie weggeblasen. Obwohl ich der Spielsucht abgeschworen hatte, lief mir sofort ein eiskalter Schauer über den Rücken. Ich brachte die Ansage im Radio abrupt zum Verstummen, meiner Meinung nach das Beste, und startete den sonor klingenden Biturbo, legte den ersten Gang ein und beschleunigte den SP 540 brutal auf den Autobahnzubringer. Bereits nach 11,7 Sekunden standen 200 auf dem Zähler. Welch herrlich irrationales Gefühl. Selbst ab Tempo 250 war noch ein verblüffender Vortrieb zu spüren, wie ihn normale Autos bloss bis 100 km/h liefern. Nicht zu vergessen bleibt dennoch: Diesen automobilen Traum verdankte ich meiner Spielsucht. Nach einer durchzockten Nacht in Las Vegas waren die Würfel endlich gefallen. Ich kam morgens mit einem Koffer voller Dollars etwas schwerer auf mein Hotelzimmer zurück. Dieser Gewinn erfüllte einen lang gehegten Wunsch. Zudem sollte er über alle schlaflosen Nächte und den damit verbundenen Verlusten hinwegtrösten. Ein Porsche sollte es sein! Den Gedanken, einen 558 PS starken Carrera GT zu bestellen, gab ich schnell auf. Zu teuer, zudem wird vor 2003 nicht produziert. Somit fiel die Wahl auf den Klassischsten aller Porsche, den 911er. Doch angetan von den Carrera GT-Leistungsdaten, wollte ich meinem 911 Turbo unbedingt eine Leistungskur verpassen.

Meinen Gewinn in den automobilen Traum umzuwandeln, wie es sich meine Phantasie nicht besser vorstellen konnte, erfüllte Sportec in Höri. Auf Basis des Turbo wurde ein stimmiges Kraftpaket geschnürt, welches fahrdynamisch endgültig an die Grenzen des Zumutbaren für ein Strassenfahrzeug stösst. Obwohl der SP 540 bei vollem Gaseinsatz wie ein fauchendes, wild gewordenes Raubtier nach vorne stürmte, so fuhr er sich dank seiner kontinuierlichen Leistungsentfaltung insgesamt harmonischer als die Serienversion. Überzeugend hatten die Techniker auch das Fahrwerk angepasst. Trotz einer gesunden Härte wartete es mit einem Schuss Restkomfort auf. Und als Krönung wies der SP 540 ein exorbitantes Drehmoment von 705 Nm auf - dies erreicht nicht einmal der Carrera GT (600 Nm). Doch zurück zur Geschichte. Der eigentliche Fehler begann am Abend. Ich hatte wie üblich den Smoking angezogen, um eine meiner Party-Pilgerreisen anzutreten. Doch während ich mich in die Rennsportschalen zwängte, ertappte ich meinen Finger, wie er die Casino-Adresse ins Navigationssystem eingab. Spieler bleibt man eben auf Lebenszeit! Und so nahm die Misere ihren Lauf.

Schnell brachte mich der Sportec SP 540 in die Richtung meiner unterdrückten Sehnsucht. Ich konzentrierte mich auf die immer enger werdende Autobahnspur. Selbst beim Lupfen des Gaspedals verkündete der Digitaltacho immer noch 320 km/h! Auf dem Parkplatz angekommen, wartete ich noch eine Zeit lang im Interieur und genoss den Duft von edlem Alcantara und Leder. Durch die Scheiben und die aerodynamischen Sportec-Aussenspiegel beobachtete ich das rege Treiben. Ich sah die Spieler kommen und gehen, stets mit einer erwartungsvollen Miene von Glück im Gesicht. Ich stieg aus, liess noch einmal einen Blick über die bullige Front mit ihren speziell angebrachten Bremsluftkanälen sowie die dreiteiligen Alufelgen schweifen und beschloss, das Casino nur zu inspizieren. Ehe ich mich versah, war ich im Besitz einer Hand voll "Chips". Ich ging ins Spielzimmer und roch förmlich die Atmosphäre. "Reiss dich zusammen. Noch ist es nicht zu spät um zu gehen", ermahnte ich mich. Trotzdem kam ich am Pokertisch nicht vorbei, zumal sich ein Teilnehmer gerade mittellos verabschiedete. Einer der Spieler, ein Japaner namens Yakamoto, nickte mir zu: "Das Spiel schreckt Sie ab?" Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Die Karten wurden neu gemischt. Doch das Glück der folgenden Spiele war auf der Seite Yakamotos. Er trug einen gut sitzenden Smoking, zu seiner Rechten stand seine ebenso hübsche wie faszinierende Begleiterin. Parallelen zu meinem SP 540 wurden geweckt. Einen faszinierenden Eindruck hinterliess nämlich auch die Geräuschkulisse der strömungsoptimierten Sportauspuffanlage.

Wie der Croupier seinen Job des Kartenmischens versteht, bewiesen auch die Sportec-Experten mit der Modifikation im Innenleben der Motor-elektronik und der beiden Lader - sie produzieren einen Druck von bis zu 1,3 bar - ihr Können. "Konzentrier dich endlich auf die Karten", zwang ich mich. Zu spät, die Tausender gingen über den Tisch wie warme Brötchen. Ich steckte in einer Pechsträhne. Yakamoto wusste, dass meine Brieftasche geleert war. "Gehört Ihnen dieser getunte Porsche?" fragte er höflich. Ich wollte den Verlust zurückgewinnen und setzte den SP 540 gegen 267 256 Franken. Yakamoto lächelte: "Ein fairer Preis angesichts der gebotenen PS-Leistung." Neue Karten wurden geholt, das Spiel begann. Abermals stand das Glück nicht auf meiner Seite - Full-House gegen Strasse! Dennoch verlor ich den SP 540 nach Japan mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Las Vegas wartet schon auf mich, und bei Sportec ist ein SP 600 in Arbeit.