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Bericht SP600 Cabrio auf autos-pur.de

10.04.2008

Sportec SP 600 Cabrio

Geschrieben von Dirk Schmied    
Thursday, 10. April 2008
 

Wer an die Schweiz denkt, hat meist teure Uhren, Skigebiete, Käse oder leckere Schokolade im Kopf. An den Gedanken, dass dort erstklassige Supersportwagen entstehen, muss man sich erst gewöhnen.
In dem beschaulichen Örtchen Höri, ganz in der Nähe von Zürich, ist die Firma Sportec beheimatet. 1997 gegründet, spezialisiert sich Sportec hauptsächlich auf Porsche sowie auch Audi, VW, Seat und Skoda. Aber auch Fahrer andere Marken und Exoten finden bei den Schweizern gehör.
In Thalwil, nicht weit entfernt vom Werk, befindet sich der Verkaufsstützpunkt. Dort erwartet uns das SP 600 Cabrio, Sportecs neueste Kreation auf Basis des Porsche Turbo Cabriolets.
Auf den Ersten Blick fallen die Aerodynamikanbauteile ins Auge. Das aus PUR-RIM gefertigte Spoilerset umfasst Frontspoiler, Seitenschweller, 3teiliges Heckteil und Heckspoiler. Optional ist das Heckmittelteil und der Heckspoiler in Sichtcarbon erhältlich.
Ebenso Außenspiegelgehäuse und Einstiegsleisten. Alle Carbonteile werden übrigens in der hauseigenen „Bäckerei“ hergestellt.
Bei Sportec gibt es keinen Schnickschnack. Alles hat aus technischer Sicht einen Sinn. Die angebauten Spoiler sehen nicht nur gut aus, sondern verbessern auch Luftwiderstand, Thermik und Anpressdruck. Was speziell bei höheren Geschwindigkeiten für eine bessere Straßenlage und somit für mehr Sicherheit sorgt.
Im Innenraum bleibt es bis auf das Alupedalset und die Fußmatten beim Serienstandart.
Viel mehr interessiert uns die 600 in der Modellbezeichnung. Die steht für satte 600 PS bei 6700 U/min. Zusammen mit einem Drehmoment von 765 Nm bei niedrigen 3000 U/min ergibt das fulminante Fahrleistungen, welche wir gleich am eigenen Leibe erfahren werden.
Erzielt wird die Mehrleistung durch neue Turbolader, einer Hochleistungsabgasanlage mit Sportkats und Klappensteuerung, Sportluftfilter und Neuprogrammierung der Motorelektronik. Dazu gibt es eine Sportkupplung.
So viel Leistung muss natürlich gebändigt werden. Federn und Stoßdämpfer werden entsprechend angepasst. Das Gewindefahrwerk erlaubt bis zu 35mm Tiefgang. Auch die Bremsen werden nochmals verbessert. Für die Vorderachse gibt es gelochte Bremsscheiben mit 380mm Durchmesser und Bremszangen in 6 Kolben Festsatteltechnik.


So, jetzt geht es endlich los. Bitte einsteigen. Erst mal durch die Stadt. Die Befürchtung, dass ein Supersportwagen, der in 3,2 Sekunden 100 km/h erreicht und bis zu 340 km/h schnell ist, ein divenhaftes Verhalten an den Tag legt, ist schnell abgelegt. Ganz im Gegenteil. Der SP 600 fährt sich kinderleicht. Anfahren, Bedienkräfte, Motorverhalten, Federung, alles wie in einem ganz normalen Fahrzeug. Nicht normal ist, was uns nach dem Ortsschild erwartet. Noch kurz vorher die Sport Taste gedrückt. Die Federung wird deutlich härter. Und auch der Motor verhält sich wie ein Pitbull, der von der Leine möchte. Ein Tritt aufs Gaspedal und das SP 600 Cabrio schießt los, wie von einem Katapult abgeschossen. Da bleibt einem fast die Luft weg. Unglaublich dieser Antritt. Die nächste Kurve kommt schnell. Kein Problem. Die Bremsen lassen sich schön dosieren und beißen kräftig zu. Rum um die Kurve und wieder voll aufs Gas. Das ganze Spiel beginnt von vorne. Ich könnte wetten, jedes andere Auto wäre bei der brachialen Beschleunigung aus den engen Kurven raus, ausgebrochen. Aber der SP 600 baut enormen Grip auf, dank Allradantrieb und Sportec-Fahrwerk. Und natürlich den Reifen, wahlweise in 19 oder 20 Zoll (v. 245/30 ZR 20, h. 325/25 ZR 20). Spielerisch im kontrollierten Drift geht es die engen Bergstraßen hoch. Aber leider müssen wir auch wieder runter. In der Stadt angekommen, verhält sich der Renner als wäre nie etwas gewesen.

Das kommt nicht von Ungefähr. Schnelle Autos bauen mittlerweile viele. Die Kunst ist es, eine solche Leistung beherrschbar und alltagstauglich zu machen. Hierauf legt Sportec besonderen Wert. Nahezu alle Teile werden von den sympathischen Schweizern selbst entwickelt, hergestellt, getestet und auf einander abgestimmt. So lange bis alles passt.

Gerade deshalb weil die Kundschaft sehr individuell ist und auf deren Sonderwünsche gerne eingegangen wird.

Wenn ich in Zukunft aufzählen muss, was mir bei der Schweiz einfällt, kommt auf jeden Fall ein Punkt dazu.